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Können wir aus der letzten Baukrise lernen?

Derzeit verzeichnen wir einen starken Rückgang der Bautätigkeit, insbesondere im Wohn- und Gewerbebau. Nach unserer Einschätzung handelt es sich hierbei um die erste ernsthafte Krise, die die Baubranche seit den frühen 2000er-Jahren trifft. Die Finanzkrise 2008 hatte den Bau unserer Meinung nach nicht in vergleichbarem Maße beeinflusst.

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Wie Sie durch richtige Bewertung und Liquiditätssteuerung Ihr Bauunternehmen krisenfest machen 
Die Bauwirtschaft durchlebt derzeit einen tiefgreifenden Wandel, der gewohnte Sicherheiten infrage stellt und die Branche nachhaltig verändert.  

Als Unternehmer und Geschäftsführer stehen Sie täglich vor der Aufgabe, Ihr Unternehmen durch ein Umfeld aus Materialknappheit, rasanten Preissteigerungen und verzögerten Zahlungen zu navigieren. Diese Faktoren erhöhen den Druck auf Ihre Liquidität massiv und erfordern eine Anpassung der bisherigen Betriebsführung. Oft liegt der Fokus im hektischen Arbeitsalltag zu stark auf der technischen Umsetzung der Projekte, während die betriebswirtschaftliche Steuerung ungewollt in den Hintergrund gerät. Doch gerade jetzt ist es unerlässlich, Themen wie die Bewertung halbfertiger Arbeiten präzise zu handhaben, um finanzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen. Nur so sichern Sie sich das Vertrauen Ihrer Banken und gewährleisten die für den laufenden Betrieb notwendigen Kreditlinien. Mit diesem Artikel zeigen wir Ihnen praktische Ansätze, wie Sie Ihr Lebenswerk sichern können, Risiken minimieren und wieder mehr Ruhe in Ihre Unternehmensführung bringen.  

Die Führung eines Bauunternehmens ist eine ständige Gratwanderung. Ihr Ziel ist ein optimierter Bauablauf, der zufriedene Kunden und motivierte Mitarbeiter garantiert. Gleichzeitig erfordert das Projektgeschäft Vorfinanzierungen und den Umgang mit komplexen Vertragswerken, die oft der VOB unterliegen. Finanzierungspartner und Kreditversicherer erwarten eine professionelle betriebswirtschaftliche Führung, da die Eigenkapitalquote in der Branche traditionell eher gering ist. 

Es gilt, folgende Bereiche in Einklang zu bringen: 

  • Technische Exzellenz: Materialbeschaffung, Personalplanung und Bauausführung. 
  • Juristische Sicherheit: Vertragsprüfung und Nachtragsmanagement. 
  • Kaufmännische Stabilität: Sicherung der Liquidität und Rentabilität. 

 

Fokus: Die Bewertung halbfertiger Arbeiten 
Ein zentraler Hebel für die finanzielle Stabilität – und gleichzeitig eine der häufigsten Fehlerquellen – ist die Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, also der „halbfertigen Arbeiten“. In vielen Unternehmen existiert hierzu keine monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung, oder die Bewertung wird pauschal vom Steuerberater vorgenommen. Dies birgt gerade in Krisenzeiten enorme Risiken. 

Häufig orientieren sich Unternehmen am Wert der gestellten oder gezahlten Abschlagsrechnungen. Diese Methode verfälscht das Bild Ihrer wirtschaftlichen Lage massiv: 

  • Sind die Abschläge höher als der Leistungsstand (Überzahlung), weisen Sie einen Gewinn aus, den Sie noch gar nicht erwirtschaftet haben. 
  • Sind die Abschläge niedriger (Unterzahlung), rechnen Sie sich künstlich arm, was die Bewertung bei Banken verschlechtern kann. 

 

Die korrekte Vorgehensweise: Bewertung zu Herstellkosten 
Um Ihr Unternehmen sicher zu steuern, ist eine Bewertung zu tatsächlichen Herstellkosten unerlässlich. Hierbei werden Material, Löhne und anteilige Gemeinkosten (z.B. Verwaltung, Miete) addiert. Vertriebskosten dürfen hingegen nicht eingerechnet werden. 

 

Methode 

Vorteil 

Nachteil / Risiko 

Pauschale nach Abschlägen  

Wenig Aufwand, scheinbar einfach.  

Zerrbild der Realität. Verdeckt Verluste oder zeigt Scheingewinne.  

Bewertung zu Herstellkosten  

Realistisches Bild der Ertragslage. Bankenkonform.  

Erfordert genaue Datenerfassung und Zuordnung der Gemeinkosten. 

 

Das strenge Niederstwertprinzip und verlustfreie Bewertung 
Ist absehbar, dass sich ein Baustellenergebnis weiter verschlechtert (z.B. durch gestiegene Materialpreise, die nicht weitergegeben werden können), müssen Sie diesen Verlust sofort bilanzieren („Drohverlustrückstellung“). Das bedeutet: Sie dürfen halbfertige Arbeiten nicht höher bewerten, als der voraussichtliche Ertrag abzüglich der noch anfallenden Kosten ist. Diese Ehrlichkeit in der Bilanz schmerzt kurzfristig, schützt Sie aber langfristig vor der Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit. Eine fortlaufende, projektbasierte Bewertung ist das einzige Mittel, um hier nicht im Blindflug unterwegs zu sein. 

Nachtragsmanagement: Umgang mit Unsicherheiten 
Änderungen am Bau sind die Regel. Das Nachtragsmanagement spielt daher eine entscheidende Rolle für Ihr Jahresergebnis. Oft müssen Leistungen erbracht werden, ohne dass eine preisliche Einigung vorliegt. Für die Bewertung empfiehlt sich eine klare Kategorisierung: 

  1. Genehmigte Nachträge: werden wie normale vertragliche Leistungen behandelt. 
  2. Dem Grunde nach genehmigt: Die Leistung ist unstrittig, die Höhe noch nicht fixiert – hier ist eine vorsichtige Bewertung notwendig. 
  3. Strittige Nachträge: Diese sollten im Zweifel kaufmännisch äußerst vorsichtig oder gar nicht als Ertrag eingebucht werden, bis eine Klärung erfolgt ist. 

 

Legen Sie intern fest, wie Sie mit diesen Positionen umgehen, um eine konsistente Linie gegenüber Banken und im eigenen Controlling zu fahren. 

 

Risikomanagement und Notfallplanung 

Neben den operativen Themen gehört zur Verantwortung eines Unternehmers auch die Absicherung von Krisenphasen. 

  • Abhängigkeiten prüfen: Was passiert, wenn ein Großkunde ausfällt? Sind Forderungsversicherungen sinnvoll? 
  • Unternehmer-Ausfall: Wer darf unterschreiben, wenn Sie länger ausfallen? Gibt es Vollmachten für Bankgeschäfte und Auftragsannahmen? 
  • Familiäre Absicherung: Ist geregelt, was mit dem Unternehmen passiert, um es nicht als Teil der Erbmasse handlungsunfähig zu machen? 

 

Ein Notfallkoffer mit den wichtigsten Dokumenten und Regelungen beruhigt nicht nur Sie, sondern auch Ihre Familie und Ihre Geschäftspartner. 

 

Fazit 
Die aktuellen Herausforderungen in der Bauwirtschaft verlangen von Ihnen als Unternehmer ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und kaufmännischer Disziplin. Wer seine betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben macht – insbesondere bei der korrekten Bewertung halbfertiger Arbeiten und der Kalkulation –, gewinnt nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch den nötigen Freiraum. Sie können sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren: das erfolgreiche Bauen und die Führung Ihrer Mitarbeiter. Mit transparenten Strukturen schaffen Sie Vertrauen bei Banken und Partnern und stellen sicher, dass Ihr Unternehmen auch stürmische Zeiten sicher übersteht und Sie Ihr Lebenswerk eines Tages geordnet übergeben können. 

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Nach Ihrer Kontaktaufnahme stimmen wir gemeinsam ab, wie der Erstkontakt mit Ihrem Mandanten erfolgen soll – ob direkt durch uns oder über Sie. Wir richten uns dabei vollständig nach Ihrem Vorgehen und übernehmen nur, wenn Sie es wünschen.

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