Befindet sich Ihr Unternehmen in einer Krise?

Krisenstadien nach IDW S6

 

Was ist eine Krise und welche Formen einer Krise gibt es? 
 
Abgeleitet wird das Wort Krise aus dem altgriechischen Wort „krisis“, „Entscheidung“ bzw. „entstehende Wendung“. Es wird auch bezeichnet als eine schwierige Sachlage oder eine Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Situation darstellt.   
 
Die Unternehmenskrise lässt sich als Notsituation bezeichnen, in der die Existenz und Lebensfähigkeit des Unternehmens bedroht ist. Die Krise ist in der Regel ein schleichender Prozess, deren Ursachen häufig lange Zeit Unerkannt bleiben. Denn wenn sich Erfolgspotenziale, Reinvermögen und/oder die Liquidität so ungünstig entwickeln, dass eine akute Bedrohung für das Unternehmen besteht, merkt man das nicht immer direkt am Anfang. Hierbei entwickelt sich die Krise oft schon über Jahre hinweg, durchläuft dabei mehrere Krisenstadien, bis sie erkannt wird und so meistens schon die Gefahr einer Insolvenz birgt.  
 
Je früher man also eine Krise erkennt, desto besser sind die Aussichten zur erfolgreichen Bewältigung einer Krisensituation.  
 
Mit einer korrekten Analyse und Zuordnung der Ist-Situation zu einem Krisenstadium können stadienabhängige Ansatzpunkte und Maßnahmen für die Krisenbewältigung und nachhaltige Sanierung identifiziert und definiert werden. – So kann man (weitere) Fehlentscheidungen zu vermeiden und die Krise abwenden.  
 
Eine eingetretene Krisensituation sollte jedoch immer als Chance verstanden werden, nicht zuletzt, um fehlerhafte Strukturen aufzubrechen und zu verändern.  
 
Laut rechtlicher Definition versteht man die Krise als Eintritt der Insolvenzgründe gem. §§ 17 bis 19 InsO (Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung). Demnach ist die Krise als Vorstadium der Insolvenz einzuordnen. Als weiteres Krisenkriterium gilt die Kredit- und Überlastungsunwürdigkeit (vgl. §32a GmbHG a.F.). 
 
Wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, einen Kredit von dritter Seite zu marktüblichen Konditionen zu erhalten und somit der Fortbestand des Unternehmens nicht mehr gewährleistet ist, bezeichnet man das als Kreditunwürdigkeit.  

 

Welche Krisenstadien gibt es?  
 
Nach IDW S6, einem Gutachten, das aufzeigen soll, ob ein Unternehmen in einer Krisensituation nachhaltig erfolgreich saniert werden kann, kann man unter folgenden 6 Krisenstadien unterscheiden:  

  • Stakeholderkrise 
  • Strategiekrise 
  • Produkt- und Absatzkrise 
  • Erfolgskrise  
  • Liquiditätskrise 
  • Insolvenzreife 

 

Es müssen hierbei nicht alle Stadien der Krise in der vorgegebenen Reihenfolge durchlaufen werden, ebenso können sie parallel oder überlappend auftreten.  
 
 

Im Folgenden wollen wir auf die einzelnen Krisenstadien eingehen und diese näher beschreiben.

Die Stakeholderkrise 

Was ist eine Stakeholderkrise? 
 
Eine Stakeholderkrise wird anfangs oftmals weder intern noch extern bemerkt, da sie nur schwer wahrnehmbar ist. Diese Art von Krise führt oftmals dazu, dass Entscheidungen verspätet oder sogar zu spät getroffen werden. Wie der Name schon sagt, hat sie Ihren Ursprung bei den jeweiligen Stakeholdergruppen. Gründe können beispielsweise Konflikte zwischen der Geschäftsführung, Konflikte zwischen den Leitungs- und Überwachungsorganen, Gesellschaftern, Investoren auch eine ungeregelte Unternehmensnachfolge sein 
 
Eine Veränderung im Führungsverhalten, welchen zunehmend durch Nachlässigkeit geprägt ist, kann der Auslöser einer solchen Krise sein. Häufig lässt sich eine solche Krise auch auf Kommunikations- oder Motivationsprobleme zurückführen.  
 
Folgen einer Stakeholderkrise 
 
Konflikte zwischen Stakeholdergruppen stauen sich auf und werden zunehmend schlimmer. Die Kommunikation und Motivation leiden und Entscheidungen werden verspätet getroffen. So kommt es dazu, dass der Finanzierungsstruktur des Unternehmens sowie den Kreditgebern, schon in der Stakeholderkrise eine besondere Bedeutung zu kommt. Zudem werden die Krisensituation und die Handlungsspielräume von komplexen Finanzierungsstrukturen und verschiedenen Finanzierungspartnern mit diversen Interessen massiv eingeengt.  
Die Probleme stauen sich somit zunehmend auf.  

 
Wie kann ich eine Stakeholderkrise abwehren?  

Wichtig ist es die beteiligten Stakeholdergruppen wieder zusammen zu führen. Hierfür müssen Maßnahmen ergriffen werden, welche ein Fundament für das gute Zusammenarbeiten bilden. So können Stakeholder wieder zusammengebracht werden und eine gemeinsame Organisations- und Führungsstruktur entstehen. Um dies zu gewährleisten, sollten die Strukturen durch effiziente Unternehmensregelungen festgelegt werden. 

 
 
 
Die Strategiekrise 

Was ist eine Strategiekrise? 

Eine Strategiekrise zeigt sich meistens durch einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, mit unklarer Markt- und Produktplatzierung. Interne Uneinigkeiten in der Führungsposition nehmen zu, Markt- und Technologieentwicklungen werden falsch eingeschätzt, es wird zu wenig Marketing gemacht und somit leidet die strategische Ausrichtung des Unternehmens stark.  

 
Die Ursachen einer Strategiekrise liegen also in der Regel hauptsächlich an einer Fehleinschätzung des Marktes und mangelnder Absprache.  
 
Der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ kostete schon viele Firmen die Existenz.   
 

Folgen einer Strategiekrise 

Die Folgen einer Strategiekrise können eine weiterführende Produkt- und Absatzkrise oder andere aufbauende Krisen sein. Das Problem liegt unter anderem darin, dass zwischen Krise und Beseitigung der Krisenursache lange Zeiträume vergehen. Häufig werden in diesem Krisenstadium noch Gewinne erzielt, obwohl die für den Unternehmenserfolg relevanten wesentlichen Tätigkeiten gestört sind.  
 
So können sich Probleme zunehmend aufstauen ohne dass die Krise als solche erkannt wird.   

 

Wie kann ich eine Strategiekrise abwehren? 

Um eine Strategiekrise abzuwehren, ist es wichtig, eine klare strategische Ausrichtung im Hinblick auf die angestrebte Wettbewerbsposition zu entwickeln. Hierbei sollte man die Wettbewerbssituation ehrlich einschätzen und die Marktentwicklung berücksichtigen. Aus diesen Kriterien kann man schließlich eine Innovationspolitik hinsichtlich Produkt- oder Dienstleistungsspektrum sowie der gegebenen Ressourcen ableiten.   

Wie auch bei der Stakeholderkrise, sollten Strukturen und strategische Ausrichtungen festgehalten werden, um die Wirksamkeit zu gewährleisten.  

 

 

Die Produkt- und Absatzkrise 
 

Was ist eine Produkt- und Absatzkrise? 

Die Produkt- und Absatzkrise lässt sich oft auf eine nicht überwundene Strategiekrise zurückführen. In diesem Stadium der Krise sinkt die Nachfrage und somit auch die Umsätze. Oft besteht das Problem, dass sich ein Unternehmen nicht auf die Kunden und Produkte fokussiert, welche positive Deckungsbeiträge liefern. Genauer gesagt macht das Unternehmen zu wenig Marketing und erreicht seine Kunden nicht, da die Kundenansprache nicht richtig ausgerichtet ist. Vertriebskonzepte fehlen und oft liegt eine Sortimentschwäche vor und es wird mit einem kleinen Sortiment nur eine kleine Zielgruppe angesprochen. Probleme wie eine mangelnde Liefertreue, Fehler in der Preispolitik sowie einer schlechten Vertriebssteuerung kommen oft noch dazu.  


Folgen einer Produkt- und Absatzkrise
  

Die Folgen der Krise sind eine Rückläufige Nachfrage, gefolgt von einem rückläufigen Umsatz. Das Problem hierbei ist, dass ein „schlechter Ruf“ nur schlecht wieder aufzuarbeiten ist. Hat sich ein Kunde erstmal von einem Unternehmen und dessen Produkten abgewandt ist es umso schwieriger ihn wieder von der Qualität der Produkte oder der Dienstleistung zu überzeugen.  

 

Wie kann ich eine Produkt- und Absatzkrise abwehren? 

Um das Krisenstadium abzuwehren ist es wichtig, die Qualität der Produkte sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Auge zu behalten und stets klar zu definieren. Regelmäßige Qualitätskontrollen helfen dabei Mängel zu erkennen und schneller Handeln zu können.   

Bestehende Produkte zu verbessern, am Kundenbedarf ausrichten und neue Produkte ergänzen, zeigt dass ein Unternehmen an sich arbeitet.  

Ebenfalls hilft es, das Marketing- und Vertriebskonzept stets klar zu definieren und auf die Zielkunden auszurichten sowie Verkauf und Rabattaktionen zu planen.  

 

  

Die Erfolgskrise 

Was ist eine Erfolgskrise?  

Eine Erfolgskrise ist auf anhaltende Verluste zurückzuführen, welche zu einer drohenden Überschuldung führen können. Die Symptome sind ein starker Gewinnrückgang und die Auflösung stiller Reserven. Dazu kommt eine Kostensteigerung in unterschiedlichen Bereichen und ein weiter steigender Nachfragerückgang der Zielgruppe. Es liegt noch nicht zwingend eine akute Insolvenzgefährdung vor, da dem Unternehmen oft noch ausreichend Eigenkapital und liquide Mittel zur Verfügung stehen. Jedoch ist das Unternehmen oftmals nichtmehr in der Lage, die zur nachhaltigen Sanierung des Unternehmens notwendigen Mittel selbst zu generieren.  


Folgen einer Erfolgskrise
 

Durch das sukzessive aufzerren des Eigenkapitals tritt eine Bonität ein. Nach der Erfolgskrise folgt oftmals eine Produkt- und Absatzkrise, insofern keine Maßnahmen zur Gegensteuerung vorgenommen werden.  

 

Wie kann ich eine Erfolgskrise abwehren? 

Mit einer Analyse der Kostenstruktur und der Beseitigung nicht zwingend notwendiger Betriebskosten sowie einer generellen Kostenoptimierung kann man gegen die Krise steuern.  

Durch eine Straffung der betrieblichen Prozesse sowie einer Verbesserung der Produktpreise und der Produktqualität kann man Kunden halten und so den Umsatz gewährleisten.  

 

 

Die Liquiditätskrise 
 

Was ist eine Liquiditätskrise? 

Wenn Zahlungsziele nichtmehr eingehalten werden können und Mahnungen, unpünktliche Lohnzahlungen und Überziehungen zunehmen, spricht man von einer Liquiditätskrise. Die vorherigen Krisenstadien wurden so lange ignoriert, bis die akute Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist. Ebenso ist die Liquiditätskrise aber auch oft auf externe Begebenheiten zurückzuführen, dies kann bspw. die Insolvenz eines Großkunden und dem damit verbundenen Forderungsausfall sein.  

 

Folgen einer Liquiditätskrise 

Durch unpünktlich oder gar ganz ausfallende Lohnzahlungen schwinden Mitarbeiter, Lieferanten stellen die Lieferungen ein, wenn die Ware nicht bezahlt wird und Kunden wenden sich dem Unternehmen ab. Auf eine Liquiditätskrise folgt oft die Insolvenzreife, da eine nicht ausgeglichene Finanzstruktur nur schwer wieder aufgearbeitet werden kann.  

 

Wie kann ich eine Liquiditätskrise abwehren? 

Eine Liquiditätskrise abzuwehren ist schwer, um dies beurteilen zu können ist ein Liquiditätsplan erforderlich. Im Gegensatz zur rückblickenden Gewinn- und Verlustrechnung, soll der Liquiditätsplan Auskunft über die Ein- und Auszahlungen der nächsten Monate geben. So kann ein Fehlbetrag schnell identifiziert werden und es besteht mehr Zeit, die notwendige Liquidität zu beschaffen.  

 
In jedem Fall ist ein schnelles Handeln erforderlich, um die benötigte Liquidität wiederherzustellen. Hierbei benötigt man wirksame Sanierungsmaßnahmen und in jedem Fall einen Fachmann an seiner Seite. 

 

Die Insolvenzreife 


Werden die vorab beschriebenen Krisenstadien nicht wahrgenommen oder gar ignoriert droht die Gefahr des Eintritts in die Insolvenzreife. 
 

Wichtig hierbei ist es, zu welchem Zeitpunkt die betriebswirtschaftliche Krise in eine insolvenzrechtliche Krise übergeht. Die Insolvenz bedeutet, dass man zahlungsunfähig oder sogar überschuldet ist und in diesen beiden Fällen, kann gemäß §§17 bis 19 ein Insolvenzverfahren beantragt werden. Lediglich das Vorhandensein der vorherigen Krisenstadien rechtfertigt keine Antragsstellung.  

 
 

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